Fastenzeit.

Als Fastenzeit oder als Passionszeit wird im Christentum der Zeitraum der sieben Wochen vor Ostern bezeichnet. Sie erinnert an das 40-tägige Fasten Jesu Christi zur Vorbereitung seines öffentlichen Wirkens. Ihr Beginn, der Aschermittwoch, stellt zugleich das Ende des Karnevals bzw. Faschings dar. Die Bezeichnung Passionszeit ist in den reformatorischen Kirchen gebräuchlich.

Die im Christentum für Werktage gebotene Enthaltung von Fleischspeisen und von Tanzveranstaltungen wurde im 20. Jahrhundert merklich gelockert. Ansonsten wird Fasten in manchen Kirchen heutzutage umfassender als Verzicht auf Annehmlichkeiten verstanden, z.B. als „Autofasten“ oder „7 Wochen Ohne“. Im Christentum ist das Fasten in den verschiedenen Konfessionen in unterschiedlichem Maße üblich.

Der Begriff Fastenzeit steht hingegen nur für die österliche Bußzeit. Sie beginnt am Aschermittwoch und endet in der Osternacht, der nächtlichen Vigil zum Osterfest. Auch in dem Fall sind 40 Tage Fastenzeit vorgesehen, wobei die Sonntage seit der Synode von Benevent (1091) nicht mehr dazu rechnen. Nach einer anderen Zählweise erstreckt sich die Fastenzeit ebenfalls 40 Tage lang was sich auf den Zeitraum von Aschermittwoch bis Palmsonntag bezieht und die Sonntage einschließt. Mit dem Palmsonntag beginnt die Heilige Woche, die nach der Zählweise als gesonderter Abschnitt zählt.

Im christlichen Festkalender geht die österliche Fastenzeit (Quadragesima) dem Osterfest voran, das das Konzil von Nicäa 325 auf den ersten Sonntag nach dem Frühlingsvollmond (in Jerusalem) festsetzte. Ostern ist deshalb ein beweglicher Festtermin, der in die Zeit zwischen den 22. März und den 25. April (die sogenannten Ostergrenzen) fallen kann. Der Termin der Fastenzeit ist beweglich und definiert sich im Verhältnis zu Ostern durch die Länge der Fastenzeit.

Die vierzigtägige Fastenzeit der römisch-katholischen Liturgie ist als „österliche Bußzeit“ bestimmt. Sie dient ganz der Vorbereitung des Hochfestes Ostern. Daher bereiten sich in dieser Zeitspanne die Katechumenen auf ihre Aufnahme in die Kirche (durch die Sakramente Taufe und Eucharistie) vor, die schon Getauften hingegen durch innere Einkehr, Bußwerke und Fasten auf die Erneuerung des Taufversprechens und die Kommunion in der Feier der Osternacht. „Die Fastenzeit dauert von Aschermittwoch bis zum Beginn der Abendmahlsmesse am Donnerstag in der Karwoche.“ „Am Karfreitag und gegebenenfalls am Karsamstag bis zur Osternachtfeier wird überall das Osterfasten gehalten.“ Dieses Osterfasten ist keine Bußübung, sondern ein Trauerfasten zum Gedächtnis der Passion Christi sowie seiner Grabesruhe und unterstützt die besondere Festfreude des Auferstehungstages Ostern.

 Aus Wikipedia: Artikel Fastenzeit abgerufen am 06.01.2011. Der Text steht unter der Lizenz CC-BY-SA 3.0

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