Ostereierbaum.

Das erste Mal wurde der Baum 1965 geschmückt, damals nur mit 18 Plastikeiern. Warum er mit dem Schmücken begann, schildert Initiator so: Der Ursprung ist eine Kindheitserinnerung von 1945. Wenn ich früher in die Schule gegangen bin, da musste ich an einem Fliederstrauch vorbei, der zur Osterzeit geschmückt war. Und als ich Kinder hatte, da habe ich gesagt: Die bekommen jetzt auch einen Ostereierbaum. Bis 1994 stieg die Eieranzahl auf etwa 350 Stück. Mit dem Wachstum des Baumes wurden mehr Eier benötigt, die verwendeten Eier wurden ausgepustet und anschließend mit verschiedenen Techniken geschmückt. Gebrauchte Eier wurden nach dem Osterfest verpackt und im nächsten Jahr wiederverwendet.

Als die Kinder des
Initiators erwachsen waren, verlor die Eierschau an Dynamik und gewann erst wieder Fahrt, als die inzwischen geborenen Enkelkinder in das familiäre Brauchtum eingeführt wurden. Die Zahl der Eier war bald so groß, dass der geschmückte Baum zunehmend Besucher von außerhalb der Familie anzog.

Zwischen 1994 und 2009 kamen jährlich durchschnittlich 700 Ostereier hinzu, aufgrund von Stürmen, Hagel oder Vandalismus gingen zugleich aber auch dutzende Ostereier zu Bruch (oder wurden aussortiert), wodurch jedes Ostern nur durchschnittlich 590 Eier mehr am Baum hingen. Die genaue Anzahl neuer Eier pro Jahr schwankte allerdings stark. Im Jahre 2012 wurde die magische Grenze von 10.000 Eiern erstmals überschritten. In einem Fernsehinterview bestätigte der
Initiator, dass nun mangels ausreichender Lagerkapazität keine weiteren mehr hinzu kommen werden. Der Saalfelder Baum hält jedoch nicht den Rekord der meisten Ostereier. So erzielte etwa im April 2007 der Zoo Rostock mit einer Roteiche mit 76.596 ausgepusteten und bemalten Eiern einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde.
2003 berichteten Zeitungen aus Holland, Kuweit, später aus Österreich, Spanien, Australien, Thailand, USA und Südafrika.

Der Besucherandrang nimmt seitdem kontinuierlich zu. Für 2008 ermittelte ein vom
Initiator aus Neugierde installiertes Zählwerk – der Eintritt in den Privatgarten ist kostenlos – ca. 6000 Gäste. Auf Wunsch vieler Besucher werden von der Familie seit 2005 vor Ort und über das Internet Postkarten und Souvenirs angeboten.



Gestaltung des Baumes.
Das Aufhängen der Eier beginnt je nach Witterung und abhängig vom Osterdatum zwischen Ende Februar und Ende März etwa vier Wochen vor Ostern. Bis der gesamte Baum geschmückt ist, vergehen bei über 8000 Eiern bis zu zwei Wochen, im Jahr 2009 dauerte es beispielsweise 9 Tage. Wegen der schon beachtlichen Größe des Baumes müssen Leitern eingesetzt werden. Angebracht werden die Eier schrittweise von oben nach unten und von innen nach außen.

Bevor die Äste auszutreiben beginnen, muss der Baum wieder geleert werden, da er sonst Schaden nehmen würde. Mit Überschreiten der zehntausender Marke im Jahre 2012 ist nun die Obergrenze erreicht und keine weitere Steigerung aus Platzgründen mehr möglich.



Gestaltung der Eier.
Alle Eier sind mundausgeblasen, die meisten werden danach ein- oder mehrfarbig mit Mustern besprüht. Daneben findet sich eine Vielzahl an bemalten Eiern mit Motiven der Stadt, so etwa die Stadttore oder das Heimat-Museum, aber auch berühmter Gebäude weltweit. Viele Eier sind aufwändig umhäkelt und damit auch zusätzlich gegen Witterungseinflüsse geschützt. Jahr für Jahr kommen neue Motive oder Techniken hinzu, so sind seit 2009 auch perforierte Eier am Baum zu finden. Einige Eier werden auch weitreichender umgestaltet und erhalten so beispielsweise die Form von Fröschen, Schildkröten, Igeln oder Heißluftballons. Dazu werden mit Modelliermasse weitere Feinheiten der Eier gestaltet.

Doch auch Besucher des Baumes bringen Eier mit, um diese an den Baum zu hängen, und mit wachsendem Publikum stieg somit auch die Zahl der geschenkten Eier. So sind inzwischen auch Eier aus fernen Ländern vertreten. Eine Auswahl besonders gelungener Eier wird zum Schutz vor Wind, Wetter und Vandalismus in einer speziellen Vitrine aufbewahrt. Darin sind sie dann für alle Besucher zu sehen.

Aus Wikipedia: Artikel Saalfelder_Ostereierbaum abgerufen am 17.04.2014. Der Text steht unter der Lizenz CC-BY-SA 3.0

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